dies, das und irgendwas aus dem leben eines armen edelmanns.

Montag, 1. März 2010

Elbstrand mit Regen

Die letzte Reste Eis verkrümeln sich und geben den Blick frei auf das, was man die letzten Wochen dann doch nicht vermisst hat: Müll, Hundehaufen, metertiefe Schlaglöcher. Nur noch notdürftig verhüllt von Kies und Sand. Zumindest in den ersten Tagen der großen Schmelze verhalf das tonnenweise eingesetzte Streumittel der Perle am Elbstrand zu einem, nun ja beinahe, Beachfeeling.

Schade, dass die Sonne keine Einsicht zeigte und sich auf ein paar vorsichtige Blicke beschränkte. Ansonsten würde der Bonvivant sein komplettes Monatsgehalt darauf verwettet haben, dass das geschäftstüchtige Hanseatentum mit der nächsten großen Marketingidee aufgewartet hätte. Schnell ein paar Liegestühle und Sonnenschirme in die Sandhaufen am und auf dem Straßenrand platziert. Und dazu eisgekühlte Getränke zu maßlos überhöhten Preisen kredenzt: Beach Kirchendamm, Strand Mönckeberg, Tropicana Altona, Schultersand. Wozu auf die Malediven, wenn der Rinnstein liegt so nahe?

Jetzt wo der Regen die letzten Reste des monumentalen Stadtstrandes in die Kanalisation spült (wer jetzt seine mahnende Stimme erhebt und vor verstopften Abwasserwegen warnt, wird wahrscheinlich von den Rathaus-Pfeffersäcken geteert, gefedert und aus der Stadt gejagt), ist auch diese Geschäftsidee geplatzt. So wie das viel beschrieene Alstereisvergnügen. Auf das die Hamburger Kaufleute mindestes noch einmal 13 Jahre warten dürfen müssen. Und mindestens genau so lang die nicht verkauften Fässer gepanschten Glühweins bejammern. Auch ohne Skihüttenatmosphäre war es wunderhübsch auf der Außenalster zu spazieren. Eine Sache, die der Bonvivant definitiv vermissen wird. Im Gegenteil zum Glatteis, Sonnenmangel und Rumgewinde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Follower